Das war die hashtag business17

Vortrag Nr. 1: Nico Kirch – Social Media Marketing bei der BAHN

Organisation 

  • Online-Redaktion + Medien-Management = 35 Leute in Frankfurt.
  • Dialog, also klassischer Kundensupport findet von Berlin aus statt, mit insgesamt 20 Leuten. Hier sitzen die Leute, die die Kommentare verfassen. Dabei war interessant, dass dort keine Social Media Experten (mittlerweile sind sie das wahrscheinlich) sitzen, sondern klassische Bahn-Support-Mitarbeiter. Als die Bahn sich entschieden hat, ihr Social Media auftreten auch im Support zu professionalisieren, hat man sich also für Mitarbeiter aus der internen Kundenbetreuung entschieden und diese für Social Media fit gemacht, als Externe für die Dt. Bahn fit zu machen.
  • Täglich behandeln sie etwa 600 – 800 Kommentare im Social Media.

Geschichte / Entwicklung der Social Media Auftritte

  • 2011 wurde das Konzept Kundendialog 2.0 in Angriff genommen. Dabei wurde ein „Social Media Service Handbuch“ entwickelt. Das umfasst auf über 250 Seiten und 2.000 Screenshots alles rund um Social Media und erklärt für jeden Mitarbeiter Grundbegriffe und Funktionen in den sozialen Medien. Dabei sind Dinge definiert, was z. B. ein Tweet ist oder was für Arten von Tweets die Dt. Bahn abgeben möchte.
  • Im Juni 2011 ist der Twitterkanal der Dt. Bahn gestartet, der für den Service gedacht ist und, ganz klassisch, Öffnungszeiten hat. Das heißt, dass nach bestimmten Uhrzeiten keine Tweets mehr beantwortet werden, sondern erst wieder am nächsten Tag. Für Twitter gibt es eine Art Leitlinie: Der User bekommt nach 5 - 7 Minuten eine Antwort.
  • Im Dezember 2011 ist dann der Facebook-Auftritt der Dt. Bahn hinzugekommen.
  • Erst im Jahre 2013 kamen Google+ (heute wie bei nahezu allen Unternehmen zu vernachlässigen) und YouTube dazu.
  • 2015 starteten dann inside,bahn.de, das als Corporate Plattform fungiert sowie community.bahn.de, das als eine Art Frage/Antwort Plattform dient.

Content Strategie

Jeder Content, auch Fehlermeldungen (!) folgen einer Content Strategie. Diese ist in einer Vision formuliert und lautet: "Gewinne den richtigen Kunden, spreche Bedürfnisse gezielt an, kommuniziere direkt und kreiere konkreten Nutzwert mit all unseren Inhalten.

Ziele des Social Media Auftretens

Der Dt. Bahn ist klar, dass durch ihren Auftritt in den sozialen Medien kein Zug schneller ankommt. Dennoch folgt die Kommunikation in Social Media bestimmten Zielen:

  • Die Dt. Bahn soll Teil des modernen Lebensgefühls werden
  • Die Bekanntheit und das Image sollen gesteigert werden
  • Die Kundenzufriedenheit und -bindung soll gesteigert werden, indem verständlich kommuniziert wird und man Serviceführer wird
  • Neukunden sollen gewonnen und Mehrwert geschaffen werden, durch Reichweitengewinnung und Trafficgenerierung

Wie kommuniziert die Bahn?

  • Verkaufsorientiert
  • Vollständig
  • Verständlich
  • Offen
  • Konsistent
  • Freundlich
  • Personaorientiert
  • Relevant

Themenzentrische Ausrichtung als kundenzentrische Ausrichtung

So ist es eher möglich, Trends aufzugreifen und entsprechend redaktionell aufzubereiten. Konkret sieht das wie folgt aus: Aus einem großen Thema (etwa die Neueinführung eines ICE) wird eine Story erarbeitet. Steht diese, wird geschaut, welches Rohmaterial (Interviews, Bilder, etc,) bereits vorhanden ist. Daraus werden mögliche Formate erarbeitet und erst dann werden die unterschiedlichen Formate in den unterschiedlichen Kanälen gepostet.

Story -> Rohmaterial -> Formate –> Kanäle

Werden die Kanäle dann mit dem entsprechenden Content bespielt, gibt es hier und da, z. B. wenn ein eher kontroverses Video gepostet wird, ein Briefing.

  • Standardsätze für Fragen oder Kommentare, die häufig zu erwarten sind
  • Neutral antworten, es antwortet also nicht die Petra aus dem Support-Team, sonder im Namen der Dt. Bahn.
  • Kommentare werden gelöscht, wenn gegen die Netiquette verstoßen wird. Das wird dem entsprechenden Nutzer angekündigt, sodass er noch eine entsprechende Benachrichtigung bekommt. 

Krisenkommunikation, etwa bei Streiks

  • Proaktive Kommunikation -> Kunden werden zur Lösung gelenkt, da diese z. B. vorab bereits in einem Video oder einem Frage/Antwort-Bereich vorproduziert worden ist.
  • Vorbereitete Inhalte helfen, Peaks von bis zu 600 % zu bewältigen.
  • In diesen Inhalten werden auch Hintergründe erklärt, z. B. warum ein Ersatzfahrplan bereits wenige Stunden vor Streikbeginn für die Fahrgäste sinnvoll ist.
  • Tritt ein Krisenfall ein, werden alle aktuellen Social Media Kampagnen gestoppt.

Vortrag Nr. 2: Christopher Becht - B2B Social Media bei der Würth Elektronik GmbH & Co. KG

Ziel: Das Erreichen von Elektrotechnik Ingenieuren

Strategie: Themenzentrisch, wie die Dt. Bahn

Geschichte der Social Media Aktivitäten

  • 2013: Facebook, eine Karriereseite zur Recruitierung, die jungen Leute sollen angesprochen werden, um Würth Elektronik als Ausbildungsbetrieb zu kommunizieren.
  • 2013: Twitter: Keine 5-7 Antworten wie bei der Dt. Bahn, sondern taggleich antworten ist das Ziel. Liegt auch daran, dass die Fragen mitunter technischer sind und die nicht ganz so schnell zu beantworten sind.
  • 2015: LinkedIn, zum Veröffentlichen von News, aber auch generell zur Unternehmenskommunikation
  • 2016: XING und kununu, dient des Employer Branding, da der Standort in einem doch kleineren Ort liegt, der nicht schon auf den ersten Blick für potenzielle Arbeitnehmer attraktiv ist. 
  • 2015: Instagram, hier wird der technische Part vermarktet, vorrangig das Auftreten als Technologiepartner in der Formel E. Schnelle Autos und erfolgreiche Siegerehrungen kommen dort gut an. Der Instagram-Auftritt dient dennoch ebenso dem Recruiting.

Globales Social Media Modell

  • Die Nr. 1 im Social Media im Bereich der Elektrotechnik werden
  • Würth ist in über 50 Ländern aktiv, dort soll die Sichtbarkeit und die Wahrnehmung gesteigert werden
  • Würth Elektronik hat über 8.000 Mitarbeiter weltweit, diese müssen für Social Media entsprechend fit gemacht werden
  • Alle Länder verfolgen eine Strategie und folgen dem Grundsatz: "Think global, act local."

Globales Social Media Modell - Das Drei-Stufen Modell

Framework (Grundgerüst), das für jedes Land gilt.
  • Kommunikationsziele 
  • (messbare) Social Media Ziele, also etwa bestimmte Anzahl an Fans zu einem fixen Datum
  • Zielgruppen
  • Monitoring (insb. wie wird im Netz über uns gesprochen und berichtet)
  • Name (Würth, das "ü" muss in anderen Sprachen entsprechend angepasst werden)
  • Messung der Aktivitäten
  • Verhaltenskodex
  • Logos in den Netzwerken (genaue Pixelzahl, etc,)
  • Welche Formate werden auf welchem Kanal genutzt
Gruppenebene
  • Dokumentation des Status Quo
  • Gruppen dürfen als Erstes neue Dinge testen
  • Posten von Corporate Content - in die Landessprache entsprechend übersetzt
Länderebene 
  • Vorher: Dokumentation des Status Quo und anschließende Dokumentation der Verantwortlichkeiten
  • Inhaltlich frei, bis auf die Veröffentlichung von Corporate Content
  • Einheitliches Auftreten

Interne Online-Dokumentation

  • 2-Sprachig
  • Unterschiedliche Informationen für Social Media Mitarbeiter und Social Media Verantwortliche
  • etwa 80-seitige Dokumentation, als Art Nachschlagewerk

Vortrag Nr. 3: Florian Meyer - "Digitalisierung der Traditionsmedienmarke 'Brigitte'"

Ziel: Verjüngung der Marke und Nr. 1 werden im Bereich der Frauenmarken - Check! Heute bis zu 7,5 Mio Frauen im Monat errreicht

Organisation des Social Media Auftritts

  • Team Nr. 1: Facebook
  • Team Nr. 2: Facebook live, Snapchat und Instagram
  • Twitter wird nicht verwendet, dafür Pinterest!

Ziele und Fakten des Facebook-Auftritts

Mit Facebook die Nutzer auf die Hauptseite (www.brigitte.de) bekommen, also Traffic generieren. Schließlich verdient die Brigitte mit Werbung auf der Hauptseite Geld.

Facebook ist der Kernmotor der sozialen Medien, die restlichen Kanäle sind jedoch insbesondere zur Verjüngung der Zielgruppe wichtig. ​

Seit Anfang 2015 konnte die Anzahl der Fans (Florian betonte, dass man bedeutend weniger Fans durch Anzeigen "kauft" als die Konkurrenz) um 500 % gesteigert werden.

Die Facebook-Live-Auftritte sind einfach gehalten, Handy und zwei Leuchten, dafür aber authentisch -> DAS zählt! Mittlerweile sind die Live-Auftritte so erfolgreich, dass sie monetarisiert werden konnten, Unternehmens also in gewissen Folgen als Sponsor auftreten.​

Trafficgenerierung und -quellen für die Hauptseite 

  • Direct
  • SEO
  • Social Media - davon fast 90 % über Facebook, danach schon Pinterest. WhatsApp dient nicht der Generierung von Traffic, sondern eher der intensiven Kundenpflege, auch um zu erkennen, was Kunden sich wünschen.

Brigitte als First Mover in den sozialen Medien

Bereits 2015 auf Snapchat vertreten und konnte dort viel lernen und dann leicht bei Instagram Storys adaptieren

Als einer der ersten in der Branche Facebook Live und WhatsApp angewendet. Florians Credo: "Neue Funktionen und Kanäle sofort ausprobieren."​

Ansprache der Zielgruppe in den sozialen Medien

  • Seit 2015 "Wir.Sind.Du"
  • Junge Ansprache in Facebook, dann auf brigitte.de etwas "konservativer" und dann noch "konservativer" in Print
  • "Thumbstopping-Moments" kreieren - Clickbaiting funktioniert, und wenn man es nicht übertreibt, sollte man es nutzen. Jede Schlagzeile in einer Zeitung sei schließlich auch "Clickbaiting", so Florian.

Florians Goldene Regeln

  1. Wecke Emotionen (gerade weil Zielgruppe Frauen)
  2. Kommuniziere auf Augenhöhe
  3. Löse die Probleme deiner User
  4. Höre deinen Nutzern gut zu -> Spart Marktforschung, insbesondere die Kommentare in Facebook-Live helfen
  5. Sei offen für Neues und wage Experimente

Vortrag Nr. 4: Christian Solmecke - "8.000 Mandanten durch YouTube - Wie ein Anwalt zum Social-Media-Star wird"

Sein Erfolg in Zahlen

  • Kanzlei von 8 Mitarbeitern auf 80 gewachsen!
  • Seine Kanzlei hat über 10.000 Telefonnummern, damit GoogleAdwords exakt getrackt werden kann!

Sein Start der Erfolgsgeschichte

  • 2007: Zerschlagung eines Tauschbörsenring - er vertritt einen Angeklagten.
  • Reißerische und "falsche" Berichtererstattung in seinen Augen, er bloggt dazu auf dem Kanzleiblog und stellt seine Sicht der Dinge dar, dass nicht jeder, der ein paar Lieder getauscht hat, ein Schwerverbrecher ist.
  • Dieser Blog wird von anderen Bloggern aufgegriffen, geht viral. Nachmittags bekommt er einen Anruf des heute-journals und ist mit einem Statement am Abend im Fernsehen.
  • Es folgt ein Auftritt bei SternTV, bei der er mit seiner anderen Sichtweise als viele seiner Kollegen einen öffentlichen Disput anstößt und dadurch viele Mandate akquiriert.
  • Durch die Auftritte im Fernsehen merkt er: "Einmal Experte, immer Experte"

Seine Erfolgsbausteine

Nr. 1 -  Die Homepage
  • Trusted Shop-Siegel. Sorgt für Vertrauen, das ist bei Anwälten besonders wichtig! Zudem durch die Bewertungsmöglichkeit Rückmeldung von Kunden bekommen und so Dinge verbessern können, z. B. die Erreichbarkeit.
  • Gratis-Erstberatung und damit die Angst nehmen, dass Anwälte so teuer sind und direkt etwas kosten. Dabei kommen täglich etwa 70 Anfragen zustande. Das lohnt sich, auch wenn nicht alle Mandanten werden.
  • Der Content des Kanzleiblogs, aktuelle Themen mit juristischen Kommentaren veredeln und dem Prinzip folgen "Auf der Welle mitschwimmen", d.h. schon früh morgens erkennen, was relevant ist und dazu als einer der ersten etwas schreiben! Dadurch entsteht immer die folgende Kette: Blogpost -> Teilen und Aufgreifen anderer Blogger -> Medien greifen es auf -> dein Trust steigt
  • So hatte er z. B. bei der RedTube Abmahnwelle einen Blogpost veröffentlicht und dadurch 100.000 Besucher an einem Tag und 2.000 Mandantenanrufe.
Nr. 2 - YouTube
  • Mind. 8.000 Mandate generiert - Tracking durch spezielle Telefonnummer am Ende der Videos
  • Was funktioniert am besten, wird am besten angenommen? - Nutzerfragen! Lässt sich auf jede Nische übertragen!
  • Videoerstellung: Alle 10 Tage 10 Videos am Stück, früher hat er das alleine gemacht und nicht täglich ein Video gepostet. Mittlerweile hilft ein Team beim Filmen, Schneiden, etc.
  • Tipp: Achtet auf exzellenten Ton. Das ist wichtiger als das Bild, gerade wenn die Videos nur in einem anderen Tab "mitlaufen".
  • Tipp Nr. 2: Spart euch ein Imagevideo. Ist nur teuer und nicht authentisch
Nr. 3 - Suchmaschinenoptimierung und -marketing
  • 72.000 Mandanten zum Thema "Filesharing" alleine durch AdWords Anzeigen dazu generiert
  • Genaues Tracking -> Wie viele Klicks führen zu einem Anruf, wie viele Anrufe zu einem Mandanten, um zu wissen, wie teuer ein Klick sein darf.
  • Backlinks: Lasst euch ein Interview mit einem Backlink zu euer Homepage "bezahlen".
Nr. 4 - Facebook
  • Eigenes, privates Facebook Profil (keine Fanseite!) Seiner Erfahrung nach, zeigt Facebook die Beiträge eines privaten Profils häufiger im Feed an als von einer Fanseite.
  • Facebook-Seite der Kanzlei über 20.000 Likes, aber nicht sooo der Weg, um Mandanten zu akquirieren.
Nr. 5 - PR-Arbeit
  • 800 Journalisten im eigenen PR-Verteiler
  • Tipp: Wenn die Presse anruft, immer Zeit haben. Man hat nur 20 Minuten Zeit für einen Rückruf, sonst wird ein anderer Experte kontaktiert, bei einer Tageszeitung habe man etwa 60 Minuten Zeit.
  • Tipp Nr. 2: Interviews können zuweilen auch per E-Mail beantwortet und so delegiert werden.

Hat Christian Solmecke noch eigene Mandate?

Nein, heute ist er fast ausschließlich für das Marketing der Kanzlei zuständig, dafür hat die Kanzlei für jedes Gebiet entsprechende Spezialisten. Außer, wenn Fälle vor den BGH kommen, kann es sein, dass er nochmal dabei ist. 


Diskussionspanel 1: Agentur vs. Inhouse

Teilnehmer

Gründe, warum Agenturen genutzt werden

  • Fehlendes Know-How in den Unternehmen
  • Personalengpässe 
  • Eigenen Auftritt professionalisieren lassen

Wie findet man eine gute Agentur?

  • Darauf achten, dass die Agentur in der Branche Expertise / Referenzen aufweisen kann
  • "Die Tracking-Thematik muss von der Agentur angesprochen werden" (Lisett Schmuck)
  • Auf der anderen Seite (Agentur) sollte das Feuer zu spüren sein, dass die vor Ideen nur sprudeln und richtig Bock auf die Kampagne haben.

Kernaussagen

  • Kai Thrun: Google AdWords kann man abgeben, aber nicht den Facebook-Auftritt, da eine Agentur nicht weiß, wie ich tatsächlich ticke.
  • Nic Lecloux: Als Startup hat sich die Frage gar nicht gestellt, ob eine Agentur gebucht werden soll, da kein Geld übrig war. Auch, weil wir Gründer mit Facebook groß geworden sind. Social Media ist etwas Persönliches. Wenn sich der Kunde die Mühe macht, uns zu kontaktieren, sollte man das auch selbst machen und nicht abgeben.
  • Hendrik Unger: Man sollte niemals alles abgeben. Da verliert man das Unternehmen den Kontakt zu seinen Kunden. Da weisen wir als Agentur auch darauf hin, nach dem Motto: "Wir wollen gar nicht alles."

Vortrag Nr. 5: Roman Hilser - Social Media ist Rock'n Roll - Wie vermarktet man ein Metal-Festival (Summer Breeze Open Air) im Social Web?

Fakten

  • 40.000 Besucher
  • 2017 ist 20-jähriges Jubiläum
  • 120 Bands - ein internationales Festival
  • Social Media Aktivitäten über die Homepage, App, Facebook, Instagram und Twitter
  • Monetarisierung des Contents auf der Homepage, indem die Bands vorgestellt werden und mit Affiliate-Links zu deren CDs verlinkt wird.
  • Kommunikationsleitfaden: "Von Gästen, Freunden und Königen"

Content

  • Die unterschiedlichen Bands, diese Vielfalt ist eine "Content-Goldgrube"
  • Auf dem 5-tägigen Festival wird Content eingefangen, der dann das ganze Jahr wirken und strategisch eingesetzt werden muss
  • Während des Festivals wird der Content fleißig geteilt
  • 20 % Verkauf, 80 % Unterhaltung

Ziele der Social Media Aktivitäten

  • Tickets verkaufen, ganz einfach!
  • Das soll dadurch erreicht werden, indem die Besucher sagen und durch den Content der Meinung sind, "ich war gern dabei", "hier ist es geil", "das war geil" und "das wird wieder geil". Besucher, die nicht dabei waren, sollen durch den Content zu folgenden Gedanken bewegt werden: "Wäre ich doch dabei gewesen" und "Ich wäre gerne dabei"

Wie arbeitet Roman Hilser?

  • Die Social Media Abteilung ist "nur" Er!
  • Dabei arbeitet er nach den Grundsätzen "Doing by Doing", "Learning by Doing" und "Learning by Learning", indem man sich darauf konzentriert, besser werden zu wollen. 
  • "Schlagfertige Kommentare auf Facebook-Kommentare sind nicht planbar, schlagen aber ein".

Offline-Maßnahmen, um Social Media zu pushen

  • Banner auf dem Festivalgelände mit dem Hashtag des Festivals, um Besucher zum Posten zu animieren
  • Die Bands werden angehalten, den Festival-Hashtag zu verwenden, damit er das auch teilen kann und deren Reichweite entsprechend vergrößert.

Vortrag Nr. 6: Dirk Feldhaus - "Die Rekruten und Snapchat - Die Bundeswehr auf Nachwuchssuche im Social Web"

Funfact

Dirk Feldhaus hat selbst nicht gedient und versteht daher die zu erreichende Zielgruppe (vorrangig Schüler).

Start der Social Media Aktivitäten

Beginn mit dem Wechsel zur Freiwilligenarmee - Es werden aktuell jedoch mehr Fachkräfte als Soldaten gesucht.

Strategie im Social Media: Vermittlung der Säulen "Sinnstifentend" und "Qualifizierend"

  • Der Leitgedanke und das Arbeitgeberversprechen "Wer sein Bestes für unser aller Leben gibt, hat das Beste für sein eigenes Leben verdient: Nichts macht dich fachlich und charakterlich stärker als dein Weg bei der Bundeswehr"
  • Junge Leute mit entsprechender Sprache ansprechen, keine bundeswehrspezifischen Fachwörter verwenden (Barett)

Werbekanäle

  • Out of Home Werbung durch Plakate statt Fernsehwerbung
  • Facebook
  • YouTube
  • Snapchat - Begleitung von Bundeswehrmitarbeitern in Alltagssituationen

Auftreten in Social Media

  • Es wird geduzt
  • Anders als in Ministerium gibt es keine Vorgaben, was und wie auf Kommentare geantwortet werden soll
  • Die Cybereinheit der Bundeswehr sammelt Stimmen und analysiert, was und wie im Social Web über die Bundeswehr geschrieben und berichtet wird.

Die Erfolgsgeschichte "Die Rekruten"

  • Die zu erreichende Zielgruppe ist online unterwegs, und dann insbesondere auf YouTube, daher dieses Medium
  • Die Idee hinter der Serie kam von einer Agentur, die das Konzept auf einem "Pitch" vorgestellt hat, bei dem auch die Ministerin anwesend und vom Konzept angetan war.
  • Das "Vlog-Format" wurde bewusst gewählt, da man die "perfekte Imperfektion" wollte. Verwackelte Bilder und Videos kamen vorher stets gut in der Zielgruppe an, weil authentisch und Nähe vermittelt wird. 
  • Die Serie generierte 4.500 Karriereanfragen, konnte die Aufrufe der Karriereseite um 40 %, die Anrufe bei der Karrierehotline um 25 % und die Anzahl der militärischen Bewerbungen um 20 % steigern.
  • Die Serie als Recruitinginstrument war ein voller Erfolg und dient als "best practice" für andere Behörden.
  • Das Community-Management übernahm eine Agentur, da die Serie um 17.00 Uhr ausgestrahlt wurde und dann im Ministerium alsbald Feierabend ist/war.

Diskussionspanel 2: "Chatbots in der Praxis - Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen, Herausforderungen, Trends"

Teilnehmer:

Kernaussagen

  • "Schaut euch mal die Bots in Asien, z. B. von WeChat an, die sind schon viel weiter als wir" (Sascha Böhr)
  • "Ich bin ein Freund davon, offen zu kommunizieren, dass der Kunde mit einem digital assistant (nicht unbedingt das Wort 'Bot' verwenden) und nicht mit einem Menschen schreibt" (Eric Heinemann)
  • "Bots werden vor allem im Kundensupport eingesetzt werden, denkbar sind insbesondere auch Messenger Bots für NativeAds" (Eric Heinemann)
  • "Ich glaube, dass Voice-Bots Standard werden, dass sie Voices verstehen und antworten können" (Sascha Böhr)
  • "In 5 Jahren werden Bots die Apps ersetzen und zunehmend auch in Webseiten integriert" (Sascha Böhr)
  • "Bots sind als Unterstützung von Mitarbeitern zu sehen. Wichtig ist, dass der Bot Mehrwert bietet, indem er etwa aus vorhandenen Datenbanken Infos zieht" (Eric Heinemann)
  • "Man sollte sich mit seinen Bots auf Facebook und WhatsApp konzentrieren, nicht auf eigene Apps" (Michelle Skodowski)

Fazit

Bots befinden sich noch in einer intensiven Testphase, sind aber im Kommen und werden die Kommunikation im Web grundlegend verändern können. Insbesondere im Messengerbereich haben Bots enormes Potenzial, da es möglich ist, wie in Newslettern verschiedene Kunden- und Themenlisten zu erstellen, die Öffnungsraten mit bis zu 90% sensationell gut sind!

Bots werden Standardfragen automatisieren und dem Support Arbeit abnehmen, ihn aber nicht ersetzen.​​


Vortrag Nr. 7: Rechtsanwalt Niklas Plutte - "Social Media Recht Update 2017"

Seine Quick Tipps

Impressum für gewerbliche Gruppen und Events
  • Gewerbliche Gruppen brauchen ein Impressum. Dies idealerweise in der Beschreibung ganz am Anfang und nicht erst, wenn man auf "mehr anzeigen" klickt. Es genügt ein Link auf das Impressum deiner Homepage. Der Link sollte schon in der URL erkenntlich machen, dass er zum Impressum führt, also kein bit.ly-Link, höchstens, wenn vorher "Impressum" steht und dann der Link folgt.
  • Unternehmensinterne Gruppen benötigen kein Impressum. 
  • Für Veranstaltungen gilt das Gleiche, auch dort gehört das Impressum am besten ganz oben in den Beschreibungstext der Veranstaltung.
Rechtlicher Schutz von Texten
  • Kurze Tweets bei Twitter, Posts bei Facebook, Instagram oder Hashtags sind in der Regel nicht urheberrechtlich geschützt. Es fehle an einer Schöpfungshöhe, sodass der Text frei verwendet werden darf, auch kommerziell. Keine Kennzeichnungspflicht mit Credits oder Ähnlichem.
  • Für Markenschutz seien die Texte, mit Ausnahme von Hashtags, meist zu lang.
  • Umweg Designschutz: Am Beispiel von Visual Statements zeigte Herr Plutte, dass zwar nicht der Text/Spruch als solches geschützt werden kann, jedoch die grafische Aufmachung. Damit kann zwar der reine Text/Spruch von anderen kopiert werden, jedoch nicht in der gleichen Aufmachung wie Visual Statements. Das ist auch verhältnismäßig günstig (60 Euro, dann jedes weitere bis zum 8. 6 Euro).
Influencer und Schleichwerbung
  • Formulierungen wie "Sponsored" oder "sponsored by" sollten vermieden werden. Ganz sicher sei nur "Werbung" oder Anzeige".
  • Wann muss ein Influencer etwas kennzeichnen? Dazu sagte Herr Plutte folgendes:
  • Keine Kennzeichnungspflicht, wenn das Produkt selbst gekauft worden ist.
  • Bei kostenloser Zusendung: Produkt im Mittelpunkt? Dann Werbeeinblendung oder "unterstützt durch" und mündlicher Hinweis.
  • Bei kostenloser Zusendung: Produkt nicht im Mittelpunkt? Produkt < 1.000 € kein Hinweis nötig; Produkt > 1.000 € = "Product Placement"
  • Der Influencer bekommt eine Gegenleistung jeglicher Art: Produkt im Mittelpunkt? Dann "Werbevideo" oder "Dauerwerbesendung".
  • Der Influencer bekommt eine Gegenleistung jeglicher Art: Produkt nicht im Mittelpunkt? Dann "Product Placement".

Das Ganze wurde am aktuellen Beispiel des YouTubers "Flying Uwe" veranschaulicht - sehr gut!


Vortrag Nr. 8: Benedikt Böckenförde - "Mehr als Spruchbilder auf Facebook - Wie VISUAL STATEMENTS zur Medienmarke wurde"

Fakten

  • 2011 alleine gestartet und mittlerweile zu einem Viral Brand Network / Social Publisher entwickelt
  • Zielgruppe: 80 % Frauen, 70 % Millenials, die zu 80 % über Mobile erreicht werden.
  • Facebook: Mit allen Marken 1,8 Mio. Fans und 3 Millionen Interaktionen im Monat
  • Instagram: 665.000 Follower und 5 Mio Interaktionen im Monat
  • Jeden Monat werden 20 Mio. Menschen erreicht und damit mehr als 50 % der Millenials
  • 2017 werden über 1 Mio. Postkarten verkauft werden
  • "Interaktionen sind die einzige Währung"

Content Strategie - Grundsätze

  • "authentic content", der einzigartig ist, sei "die Währung der Generation Y"
  • "shareable content", damit er geteilt wird, viral geht und Reichweite über die Millenials hinaus generiert
  • "valuable content", also wertvoll und relevant, damit er möglichst viele Gleichgesinnte anspricht
  • "engaging content", der ein virales Erlebnis schafft
  • "transferable content", Umsetzung in Produkt im E-Commerce
  • "Content Farm" in Freiburg (junge Frauen), die all die Sprüche, etc. "produzieren"
  • Virale Videos sorgen für emotionalen Content und helfen, "die Marke aufzuladen"
  • Klarer Redaktionsplan á la: "1 x Liebe, 1x Motivation, 1 x Gif und 1 x Video"

Content Quellen

  • Analyse von Story Clash, um virale Inhalte zu identifizieren
  • Anschließend werden die Rechteinhaber angeschrieben, vor allem bei Videos. Bei Texten/Sprüchen eher schwierig.
  • Aus erfolgreichem und viralen Content werden Online-Produkte kreiert und anschließend Produkte für den Handel. So ist garantiert, dass nur Produkte entwickelt werden, die die Leute interessiert.

Finanzierungsquellen

  • NativeAds, u.a. für Unternehmen wie Mastercard, Otto oder FitX. Dabei kaufen die Unternehmen eine gewisse Anzahl an Reichweite zu einem fixen Betrag ein, die Visual Statements garantiert. Wenn ein Post dabei mal viral geht o.Ä. wird die "Mehr-Reichweite" nicht berechnet. Diese Transparenz käme bei vielen Unternehmen sehr gut an. Positiv für die Unternehmen ist zudem, dass Visual Statements sich nicht nur um die Reichweite, sondern auch um den Content kümmert.
  • E-Commerce im Bereich Merch, Fashion, Print und Food. Dabei kann das Unternehmen teilweise hohe Preise verlangen, weil die Nutzer Visual Statements als positive Marke wahrnehmen und bereit sind, die Preise zu zahlen und sich die Millenials mit der Marke identifizieren.
  • Produkte offline: Merch, etc. in Thalia-Filialen in Österreich und Postkarten im MediaMarkt in Freiburg
  • Kooperationen mit Unternehmen: Unicorn-Kollektion mit Zalando

Das Entstehen anderer Marken wie "Vollzeitprinzessin" oder "Lieblingsmensch"

  • Die Marken werden aus Visual Statements heraus gebildet.
  • Wenn ein bestimmtes Thema wie "Lieblingsmensch" bei Visual Statemtns super funktioniert, viral geht, werden sich die Markenrechte, sofern möglich, gesichert und dann dafür spezifischer Content entwickelt und auf einer separaten Facebook-Seite groß gemacht.

Tipps / Kernaussagen

  • "Pinguin ist der neue Shit, nicht mehr unicorn"
  • "Wir erzählen Geschichten in Bildern"
  • "Der Seitenname einer Facebook-Seite ist das Wichtigste und hilft, Fans aufzubauen. Der Nutzer muss sofort wissen, worum es geht"
  • "Sonntagabend um 19.30 Uhr muss was Emotionales gepostet werden"

Was gab es sonst noch?

  • Livestreams während der Konferenz. Diese kannst du dir hier noch ansehen.
  • Einen Hashtag-Drucker (siehe Foto) - Einfach mit #business17 auf Twitter oder Instagram posten und der Post wurde gedruckt.
  • Emoji-Kekse 🙂
  • Visuelles Festhalten der Vorträge von Brechtje Hendriks (siehe Foto)
  • Messe Chat-Bot auf der Fanpage von Felix Beilharz
hashtag business drucker

Bis nächstes Jahr!

 

 

 

 

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