Die Idee

Ich gebe zu, online Geld zu verdienen fasziniert mich. So erwische ich mich beinahe täglich bei Fragen wie diesen: 

  • Kann man diese Branche nicht digitalisieren?
  • Kann man dieses traditionelle und verstaubte Produkt nicht neu aufsetzen und mit modernem Marketing über das Internet vertreiben?
  • Gibt es in diesem Bereich schon digitale Infoprodukte, kann ich diese verbessern?
  • Kann ich dieses und jene erfolgreiche Online-Konzept auf xy übertragen?

So kommt es häufig vor, dass ich denke, eine Nische erwischt zu haben, mit der ich im Internet, vorrangig über digitale Produkte, Geld verdienen kann. Oft bleibe ich bei einem meiner Schritte allerdings stecken, sodass es gar nicht erst zur Umsetzung kommt. Mit welchen Schritten ich meine Online Geschäftsidee überprüfe, zeige ich im Folgenden auf:


Schritt Nr. 1: "Gibt es diese Nische überhaupt?"

Der erste Schritt führt mich zum Keyword-Planer von Google. Sucht dort kein Mensch nach dem Problem, was ich lösen möchte, lohnen sich die weiteren Schritte nicht.

Ich gebe also die Probleme ein und schaue, ob ein angemessenes Suchvolumen haben. Hier achte ich auch auf Longtail-Keywords! Kumuliert möchte ich auf eine niedrig vierstellige Zahl kommen. Dabei ist es wichtig, dass dabei nicht nur informationale, sondern insbesondere transaktionale Keywords auftauchen. Nutzer suchen also etwas ganz Bestimmtes (test, rabatt, buch xy, schuh xy) oder wollen etwas ganz Bestimmtes tun (kaufen, lernen, mieten).

Sind die Suchanfragen bei transaktionalen Keywords nur sehr gering, heißt das bei mir nicht sofort: Daumen nach unten! Mir ist es dann wichtig, dass die Suchanfragen bei informationalen Keywords hoch sind, bei denen Nutzer ein großes Problem haben, unter einem Schmerz leiden, für deren Lösung sie sicher bereit wären zu bezahlen, wenn es denn ein (digitales) Produkt dafür gäbe.

Klassisches Beispiel ist da z. B. „schnell viel abnehmen“. Das Keyword hat ein Suchvolumen von 1.600. Obwohl hier kein Kaufinteresse indiziert wird, ist das Problem des Abnehmens so groß, dass viele der Suchenden Online-Programme o. Ä. erwerben, sofern der Anbieter es schafft, von diesen 1.600 Suchenden viele auf sein Angebot aufmerksam zu machen und zu überzeugen, dass er sie, kostenpflichtig, an ihr Ziel „schnell viel abnehmen“ bringt.

Nächste Schritte sind noch Tools wie Answerthepublic, die mir weitere potenzielle Fragen und Probleme der Zielgruppe offenbaren. Hier bekomme ich wertvolle Hinweise, wo der Schuh drückt und weiß, wo ich in Blogartikel und Videos drauf eingehen sollte.

Hierbei finde ich es wichtig, dass das Tool möglichst viele (dreistellig) Fragen auswirft. Das zeigt mir, dass das Thema nicht schnell erschöpft ist.

Anschließend schaue ich noch, ob es Foren gibt, die sich dem Thema widmen. Dort kann ich die Zielgruppe noch besser unter die Lupe nehmen und deren Bedürfnisse und Probleme erkennen.

Ergebnis: Test positiv? Nächster Schritt!


Schritt Nr. 2: "Kann ich in dieser Nische Geld verdienen?"

Transaktionale Keywords und infomationale mit hohem Schmerz schön und gut. Trotzdem gibt es Nischen, bei denen Kunden doch nicht im Internet kaufen. Damit ich nicht umsonst Aufwand betreibe und hochwertige Produkte erschaffe, die am Ende niemand kauft, schaue ich mich vorher um.

Ich schaue daher auf großen Marktplätzen, auf denen digitale Produkte vertrieben werden und halte Ausschau nach Produkte in meiner Nische. Hierbei suche ich vor allem auf clickbank, dem deutschen Pendant digistore24 und udemy. Positiv ist es dann, wenn es bereits Produkte in meiner Nische gibt und sich diese auch gut verkaufen. Wichtig sind dabei bei clickbank eine hohe gravity, bei digitore24 ein niedriger Verkaufsrang und eine gute Popularität sowie bei udemy gute Bewertungen und viele eingeschriebene Teilnehmer. Zu beachten ist allerdings, dass z. B. bei Digistore24 nicht alle Produkte auf dem Marktplatz sind. Es gibt auch Blogger oder YouTuber, die ihre Produkte zwar darüber verkaufen, diese allerdings nicht für Affiliates anbieten. Dann sind diese Produkte nicht auf dem Marktplatz. Ich halte also zudem Ausschau nach Blogs, YouTube Kanälen, die in dieser Nische Produkte verkaufen. Diese finde ich relativ schnell über Google oder YouTube an.

Anschließend führe ich noch den AdWords-Test durch. Dabei gebe ich insbesondere die transaktionalen und informationalen mit hohem Schmerz (siehe Schritt 1) bei google ein. Tauchen nun viele Anzeigen auf, ist das für mich ein weiteres Zeichen, dass sich hier Geld verdienen lässt.


Schritt Nr. 3: "Kenne ich mich dort aus? Interessiert mich die Nische, kann ich mir also gerne Wissen aneignen?

Geld verdienen schön und gut. Wenn die Nische mich so gar nicht anspricht, fällt sie durch diesen Schritt und sie kommt nicht weiter in meiner Prüfung der Online Geschäftsidee.

Es gibt die Gründer, die eine Leidenschaft für etwas haben, sich dort gut auskennen und deshalb in einem bestimmten Bereich gründen.

Daneben gibt es die Gründer, die einfach vom Unternehmertum fasziniert sind und Dienstleistungen und Produkte aller Art vertreiben, solange sie es ethisch vertretbar halten und sich in die Zielgruppe hineinversetzen und Wissen aneignen können.

Ich gehöre der zweiten Gruppe an. Das Thema muss mich zwar ansprechen, aber ich muss (noch) nicht die große Leidenschaft dafür entwickeln. Wichtiger ist für mich, dass ich mich in die Probleme der Zielgruppe hineinversetzen kann, sie bestenfalls sogar selbst habe (Stichwort: Authentizität) und es ein Thema ist, bei dem ich mich gerne einlesen möchte und es ethisch vertreten kann.

Ist das der Fall, geht es weiter!


Schritt Nr. 4: "Kann ich Traffic auf mein Angebot ziehen?"

Ich muss die Leute natürlich erreichen. Das beste Produkt bringt nichts, wenn es keiner braucht oder wenn es keiner kennt. Um Kunden online zu erreichen, brauche ich also Traffic. Den kann ich mir grundsätzlich auf zwei Wegen holen:

  • Bezahlter Traffic (Werbung/PPC), z. B. über Google oder Facebook. Ich möchte jedoch online kostengünstig starten, fällt also weg.
  • Organisch, das bedeutet, dass ich mir den Traffic dort hole, wo die Menschen schon das suchen, was ich ihnen dann anbiete (Schritt Nr. 1). Da kommen vorrangig Google und YouTube in Betracht.

Greife ich auf den zweiten Weg zurück, dauert das natürlich länger. SEO führt nicht von jetzt auf gleich zu Ergebnissen. Ein YouTube-Kanal auch nicht, hilft mir aber die Zielgruppe auf unterschiedlichen Wegen abzuholen und Vertrauen aufzubauen. Das geht mit Videos besser als mit Text, finde ich!

Für den zweiten Weg benötige ich daher u.a. Wissen in SEO, eine gute, nicht vergebene Domain, Geduld, hohe Motivation für die Erstellung des Contents (Textform und Video) sowie am besten weitere Unterstützung.


Schritt Nr. 5: "Wie geht es dann weiter?"

Die nächsten Schritte sind dann u.a.

  • In das Thema einlesen, mir Experten zur Unterstützung holen und die Zielgruppe besser verstehen
  • Teammitglieder suchen, begeistern und finden
  • Alles Grobe von oben noch detaillierter durchgehen und analysieren
  • Planen: Wann soll gestartet werden mit Blog/YouTube-Kanal, etc.?
  • Planen: Meilensteine - Was möchte ich wann erreicht haben?
  • Planen: Gibt es in meinem Umfeld/Netzwerk Menschen, die mir helfen können, hinsichtlich des Themas, Blogs, YouTube Kanal o. Ä.?
  • Einen Namen finden
  • ...

Gerne spinne ich auch schon einmal herum, was man denn alles machen könnte, was die Konkurrenz nicht oder schlecht macht. Einfach um ein paar Ideen zu bekommen, was denn z. B. als Meilensteine festgelegt werden könnte. Zudem ist die Spinnerei ein gutes Zeichen dafür, dass mich die Nische endgültig überzeugt und ich Bock darauf habe!

Ich hoffe, dir konnten die Schritte etwas helfen, auch deine Online Geschäftsidee zu entwickeln, wobei ja auch scheitern erlaubt ist. Habe ich etwas vergessen oder du gehst anders vor? Dann lasse mir doch gerne einen Kommentar da 😉

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