Warum ich keine Gründerszene mehr lese

Warum ich keine Gründerszene mehr lese - Ein Kommentar

Es gibt viele Seiten im Internet, die sich dem Thema Gründung gewidmet haben. Die wohl bekannteste Seite ist die Gründerszene mit 1.400.000 Visits im Monat. Als ich vor knapp 2 Jahren begonnen habe, mich dem Thema „Gründung“ genauer zu widmen, war die Gründerszene mein Freund. Mittlerweile ist sie das nicht mehr und das hat Gründe.


Sie hypt, aber kritisiert nicht!

Die Gründerszene berichtet über neue Startups, Investments, Exits und Trends. Beträge in Millionenhöge fließen in Unternehmen, immer mit der Prämisse, die Generierung solcher Unsummen sei ein Erfolg. Was ich nicht sehe: Kritik!

Ich sehe keine Kritik der Investments. Hohe Investments sorgen für Preiskämpfe in der jeweiligen Branche. Es wird fleißig darüber berichtet. Nach zwei Jahren folgt die Insolvenz, Millionen sind weg. Diese Tatsache sehe ich wenig beleuchtet. Was da an Geld für Marketing und Preiskampf rausgehauen wird, in jeder Branche, jede Woche auf Neue – das wird hingenommen als wohl notwendiges Übel auf dem Weg zum Erfolg.

Es hält mich ab

Der Konsum hindert mich in dem Fortkommen meiner eigenen Gründungen. Es ist nicht nur die Zeit beim Lesen, die mir genommen wird (ich nehme sie mir selbst, ok). Vielmehr ist es der Inhalt der Artikel. Er lässt mich staunen, ob des Erfolges. Er bringt mich zum Nachdenken, ob die Puzzleteile der Geschäftsmodelle der Anderen jene sind, die mir fehlen.

Eines tut der Inhalt der Artikel nicht: Mich weiterbringen!

Es ist nicht wichtig

Mit der Zeit habe ich gemerkt: Die Gründerszene ist nicht wichtig. Es gab keinen einzigen Artikel, der meiner Gründung und mir geholfen hat. Mittlerweile weiß ich auch, warum.

Die Gründerszene ist nicht auf mein Business zugeschnitten. Wenn sie ein Thema behandelt, das mich betrifft, werde ich es im Zuge meiner Recherche ohnehin finden. Jeden Tag 1x die Stunde die F5-Taste zu betätigen, in der Hoffnung, einen für das eigene Business sinnvollen Artikel zu finden, ist eine ziemlich sinnlose Tätigkeit.

Sie macht dich kleiner als du bist

Die Szene berichtet über Hypes, Investments in Millionenhöhe, neue Umsatzrekorde, den Umzug nach Berlin oder gar ins Silicon Valley und Jungunternehmer, die so richtig durchstarten.

Wer das auf sich und sein vermeintlich kleines Startup projiziert, macht sich kleiner als er ist. Dass dadurch ohnehin ein falsches Bild entsteht, ist klar. Erfolg lässt sich besser verkaufen und ist insgesamt viel öfter zu lesen in der Presse als all die Schwierigkeiten bis dahin.

Wo ist die Authentizität?

Ich vermisse die Authentizität in den Artikeln. Nicht nur in denen der Gründerszene, sondern generell. Wo ist die Authentizität, wo sind die Fehler, die Probleme, die Freuden über den ersten Euro Umsatz, die Nachtschichten? Nicht im Internet, sondern in der Realität. Mehr machen als lesen und seine eigene Geschichte schreiben!


Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

*

Beitragskommentare